Störung nächtlich ziehender Vögel durch
künstliche Lichtquellen
Künstliche Lichtquellen
Mit der Nutzung von Elektrizität zur Lichterzeugung hat eine
Phase intensiver Lichtemissionen begonnen. Dabei wurde das Licht
mehrheitlich im bodennahen Bereich genutzt. Was in bodenferne
Luftschichten entwich, war primär "Abfall-Licht", das bei
massivem Auftreten als "Lichtsmog" bezeichnet wird. Zur Zeit
stehen wir am Beginn einer neuen Entwicklung, bei der Licht
nicht auf die Beleuchtung bzw. Reklamewirkung am Boden
ausgerichtet wird, sondern Lichtinformation himmelwärts
gerichtet wird (Der Bund, 29.12.97; Beilage 1). Da diese gegen
den Himmel gerichteten Scheinwerfer in zunehmender Zahl
auftreten, entstehen bedeutende Immissionen, die den Charakter
einer eigentlichen "Lichtverschmutzung" annehmen können.
Nächtlich ziehende Vögel
Die Mehrheit der Zugvögel, insbesondere diejenigen, die über die
Sahara hinweg nach Afrika ziehen, sind nachts unterwegs.
Alljährlich ziehen Milliarden von Vögeln, konzentriert in der
ersten Nachthälfte und in den untersten 1000 m über Boden aus
Europa nach Afrika und im Frühling wieder zurück. Der Nachtzug
im Herbst beginnt bereits Ende Juli und nimmt erst gegen Ende
November deutlich ab. Es gibt aber während des ganzen Winters
Zugbewegungen, insbesondere von Wasservögeln. Der nächtliche
Heimzug der Wasservögel, Stare, Feldlerchen und Drosseln setzt
bereits im Februar wieder massiv ein; im April werden sie
abgelöst durch Insektenfresser, die den Winter südlich der
Sahara verbracht haben; die letzten Zugvögel ziehen anfangs Juni
bei uns vorbei. Nachts
ziehende Vögel orientieren sich unter anderem anhand der Sterne.
Ein weiteres Hilfsmittel ist das Magnetfeld der Erde. Die
Kombination dieser Orientierungsmittel ermöglichen es den
Zugvögeln auch unter bedecktem Himmel geradlinig zu ziehen; sie
ziehen aber wenn immer möglich die optische Orientierung vor.
Zitiert aus einem Artikel von
Professor Bruno Bruderer, Leiter des Programms Vogelzugforschung
an der Vogelwarte Sempach, sowie Professor für Zoologie an der
Universität Basel.
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